ALGENTEPPICH UND ANANASLEDER

Worte Jürgen Hofmann Bilder Hersteller

Diese Rohstoffquellen sprudeln sauber und noch fast im Geheimen. Wie ambitionierte Öko-Designer die Werkstoffe der Natur soeben neu entdecken.

Das Schöne an dieser Arbeit ist der besondere Duft. Nienke Hoogvliet genießt ihn seit ihrer Kindheit, die sie an guten Tagen am Atlantik verbrachte. Zwischen glitschigen Kelp-
feldern und quietschgrünen Meeresperücken, die zweimal täglich frisch gespült wurden. Denn das Spiel von Ebbe und Flut gehörte zu solchen Sonntagen dazu. Heute ist Nienke Hoogvliet Designerin, mit Sitz im niederländischen Delft. Aber losgelassen hat sie die Welt der Algen deswegen nicht. Ganz im Gegenteil: Zwei Jahre vertiefte sie sich in dieses Thema, untersuchte die Veränderung der pflanzlichen Strukturen bei unterschiedlichen Temperaturen, trocknete Algen und verarbeitete sie weiter, setzte sie unterschiedlichen chemischen und physikalischen Prozessen aus. Und das nicht bloß bei einer Algenspezies, sondern bei vielen. Dazu muss man wissen: Algen sind nicht bloß glibberiges Zeug, das Küstenbewohner weltweit mehr oder weniger begeistert wegfuttern. Es sind zugleich jene Organismen, die geschätzte 75 Prozent des gesamten Sauerstoffs generieren. Nienke taufte ihr Projekt „Sea Me“. Die Resultate, die sie dabei erzielte, können sich sehen lassen. Und nicht nur in Captain Nemos Unterwasser-Suite.

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Artikel aus MUTBOARD & VOGEL Ausgabe Eins, Seite 59 – 65
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