AUSGABE ZWEI

Lesestoff für die Sommermonate: Die zweite Ausgabe unseres Designmagazin MUTBOARD & VOGEL ist erschienen. Mit der neuen nwP virtual-APP stehen Ihnen zusätzlich außergewöhliche Augmented Reality-Erlebnisse zur Verfügung. Gehen Sie mit uns auf Entdeckungsreise und achten Sie auf das App-Zeichen.

LESENSWERT! Mit diesen Inhalten:

AUSGESPROCHEN von Chefredakteurin Anna M. Del Medico

CR Anna M. Del Medico über Design, Inszenierungen und die Macht der Gewohnheit.

Chefredakteurin Anna Del Medico

LIEBE LESERINNEN UND LESER!

Wir lieben das Neue, aber hassen Veränderungen. Ulrich Büttner kommt gleich am Beginn seiner Kolumne auf Seite 33 zum Schluss, dass wir uns in dieser Zwickmühle arrangieren müssen.

Die Zahlen zum diesjährigen Salone del Mobile in Mailand bzw. zur Euroluce 2019 untermauern scheinbar einmal mehr die Richtigkeit des Zitates. Zumindest bis zum Komma. An den sechs Messetagen fieberten, das darf zumindest vermutet werden, 386.236 Besucher dem Neuen entgegen. Liefern sollten es 2418 Aussteller, darunter 550 Designer, aus 181 Ländern. Der Messeveranstalter spricht von beeindruckenden Zuwächsen in zweistelliger prozentueller Höhe. Gut so! Gut so? Aber „was bringt uns dazu, alljährlich den Neuheiten für die Verbrauchermärkte der Welt entgegenzufiebern“, auch uns Journalisten, fragt sich Ulrich Büttner weiter. „Machen wir in gedankenloser Begeisterung überhaupt einen Unterschied zwischen fabrikneu, neu, neuartig und anders?“ Kurzer Einschub: Es gibt das Innovative. Es erfordert jedoch Zeit für Forschung und Entwicklung, und Geld. Viel Geld, denn Innovationen sind teuer.

Die Fallstricke der Sprache sind ebenso fein wie lästig. Aber nicht unüberwindbar. Man verbinde in der Präsentation „neu“ mit „fortschrittlich“ und setze im Zeitalter von Twitter, Instagram, Facebook und Co. auf gekonnte Inszenierungen.

Der Applaus lässt nicht lange auf sich warten und idealiter wohl auch nicht der Umsatz. Das führt mich zu einem weiteren Beitrag in dieser Ausgabe von MUTBOARD & VOGEL. Thomas Edelmann geht in seinem Beitrag (ab Seite 18) der Frage nach, was den Möbel-, Küchen- und Beleuchtungssektor für die Finanzindustrie zunehmend attraktiv macht und welche Veränderungen sich daraus in Zukunft für Design und Wirtschaft ergeben könnten. Eine sehr spannende Frage, denn nicht nur in Italien war dieser Teil der Wirtschaft über die Jahrzehnte eher klein strukturiert. So gar nicht um Glanz und Glamour geht es nur wenige Kilometer Luftlinie vom Messegelände in Rho entfernt auf der Triennale di Milano, die noch bis 1. September dauert. Alle drei Jahre präsentiert man hier, wie Architektur und Design mit den aktuellen Herausforderungen umgehen. Und angesichts unseres ungeheuren Verbrauchs von Energie und Rohstoffen könnte das Thema der 22. Ausgabe nicht treffender sein: „Broken Nature. Design Takes on Human Survival“. Susanne Karr war zur Eröffnung in Mailand und gibt in ihrem Beitrag „Design für menschliches Überleben“ (ab Seite 84) Einblicke in die Ausblicke der Beiträge von 22 Ländern. Der österreichische Beitrag „CIRCULAR FLOWS: The Toilet Revolution!“ stammt vom renommierten Designstudio EOOS und wurde mit dem Silbernen Black Bee Award ausgezeichnet.

Design und Architektur, die Begegnungen mit den Menschen, die dahinter stehen, ihre Projekte und ihre Haltungen sind für uns von MUTBOARD & VOGEL eine spannende Reise, auf die wir Sie, liebe Leserinnen und Leser, auch mit dieser Ausgabe unseres Magazins wieder sehr gerne mitnehmen.
Ihre
Anna M. Del Medico

TREASURE & PLEASURE
Die Inszenierung österreichischer Design-Highlights anlässlich des Salone del Mobile war ein Publikumsmagnet.

DIE ZUKUNFT VOR AUGEN

Worte Jürgen Hoffman, Bilder 123rf.com/franz12, Unternehmen

Virtual Reality und Augmented Reality sind den Kinderschuhen mit Riesenschritten entwachsen: Jenseits von Gaming-Sessions eröffnen diese Technologien neue Horizonte des Reisens, unterstützen bei der Planung, dem Kauf und der Ausstattung von Immobilien. Zumindest ebenso spannend: virtuelle Testfahrten im Traumauto sowie die Perspektive der Ingenieure. Denn auch die Wirtschaft und Industriedesigner greifen im Rahmen der Produktentwicklung zunehmend auf virtuelle Varianten zurück.

EIN LOB DEM LICHT UND DER SCHÖNHEIT DES SCHATTENS

Interview Antje Mayer-Salvi, Bild Oskar Schmidt

Der Wiener Christian Ploderer ist ein gefragter Lichtdesigner, der wie mit einem Malkasten die verschiedensten Lichtstimmungen zaubern kann. Wir sprechen mit ihm über die neuesten Beleuchtungstrends, die Schönheit des Sonnenaufgangs und die Lichtsünden des Alltags.

DESIGN IM ZEICHEN DER FINANZINDUSTRIE

Worte Thomas Edelmann, Bilder Hersteller

Um zu wachsen, verbünden sich bekannte Markenhersteller aus Möbel- und Leuchtenproduktion. Private-Equity-Firmen haben nun das Sagen.

ANSCHAULICHE MATERIALITÄT
Hermès Maison präsentiert in der einstigen Sporthalle „La Pelota“ in Mailand die Bedeutung der Marke und Beispiele der neuen Kollektion.

BEWEGTE ZUKUNFT

Worte Sonja Illa-Paschen, Bilder Unternehmen

Flugtaxis, Zustelldrohnen, Roboterautos: Die Ideen für den Stadtverkehr der Zukunft reichen von heute schon machbar bis (noch) utopisch. Jedenfalls wirbeln neue Fahrzeugtypologien und Nutzungskonzepte, das autonome Fahren und alternative Antriebe unsere Vorstellungen zur urbanen Mobilität gehörig durcheinander. Und das ist gut so.

BELEUCHTUNGS-NEWS
Designaffin – das war die 30. Auflage der internationalen Beleuchtungsmesse Euroluce.

EX WIE EXPERIMENT
Das bemerkenswerte schwedische Design-Duo Front, Sofia Lagerkvist und Anna Lindgren, im Porträt.

ENDLICH SCHULE FREI

Worte Jürgen Hoffmann, Bilder Vali Potmesil

Man ist, was man isst. Und sonst? Du wirst, wie du wohnst? Die Interaktion zwischen Mensch und gebauter Umgebung ist seit Langem Gegenstand empirischer Untersuchungen. Das gilt auch für die oft gar nicht so guten Kinderstuben der Sozialisation und des Lernens – für unsere Schulen. Sie haben im Laufe der Jahrtausende viele Bewegungen mitgemacht. Mal waren sie Prestigeobjekte mütterlicher Kaiserinnen, hehre Tempel der Gelehrsamkeit, offene oder verkappte Disziplinierungsstätten und flexible Orte sozialen Miteinanders. Herausragende Architekten rissen dabei viele Mauern nieder und legten manchmal den offenen Himmel frei. Nur eines waren Schulen nie: Einfach nur Häuser für Kleine, in denen jede Stunde bloß fünfzig Minuten lang ist.

Projektmagazin “Pirquet-Schule” der New Desing University , St. Pölten, Masterstudium Rau,- und Informationsdesign. Projektarbeit im Designstudio II, 2016

KLARTEXT
Der Grafikdesigner Frank Chimero über die Bedeutung des Faktors Mensch in der Gestaltung.

DIE HÄUSLICHE SEITE DES MONDES

Worte Jürgen Hoffmann Bilder ESA, Umbilical Design

Vor genau fünfzig Jahren glückte die erste Mondlandung. Die schwedische Space-Agency-Designerin Cecilia Hertz denkt lieber fünfzig Jahre voraus. Manche Fragen liegen dabei auf der Hand: Wie entwickelt man ein Raumschiff-Interieur, das Astronauten dabei hilft, sechs Monate Isolation zu überstehen? Wie soll ein Dorf am Mond aussehen – und wie wäscht man dort Schmutzwäsche? Und am allerwichtigsten: Welche Vorteile können wir Erdlinge bald schon aus solchen Projekten ziehen?

BLICKWINKEL
Gibt’s was Neues? Warum? Ulrich Büttner über Design und die Macht des Schnickschnacks.

DIE INTENSITÄT DES UNSICHTBAREN

Worte Susanne Karr, Portrait Pritzker Architecture Prize

Auszeichnung für Arata Isozaki, den Meister des imaginären Raumes. Die Verleihung des Pritzker-Preises bezieht sich auf das Lebenswerk des vielseitigen Architekten. Welche Bedeutung hat die Wahl? Arata Isozaki antwortet auf diese Frage, dass wohl eine Generation aufgetaucht ist, die Architektur verstehen kann, eingeschlossen ihre unsichtbaren Aspekte. Denn für ihn ist der interessanteste Part in der Architektur, etwas Unsichtbares wahr-nehmen zu können.

DAS SCHWEIGEN IM WALDE
William O’Brien jr. plante zwei Häuser in den Wäldern von New England. Eines für die Auseinandersetzung mit dem Tod, eines für das bunte Familienleben.

DESIGN FÜR MENSCHLICHES ÜBERLEBEN

Worte Susanne Karr, Bilder Gianluca Di Ioia, FeelRouge, Daria Scagliola, Grandeza Studio

Alle drei Jahre präsentiert die Triennale di Milano, wie Architektur und Design mit den aktuellen Herausforderungen umgehen. Für die 22. Ausgabe der Veranstaltung könnte das Thema nicht passender sein: „Broken Nature. Design Takes on Human Survival“ widmet sich dem menschlichen Umgang miteinander und mit der Umwelt. Hier besteht dringender Handlungsbedarf.

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