DARLING ICH BIN IM INDOORGARDEN!

Worte Jürgen Hofmann Bilder Stefan Randlkofer, Rotofarm

Der Megatrend Urban Farming beschert uns auch in der kalten, finsteren Jahreszeit intelligente Microgreen-Devices für den Innenraum. Ganz vorne dabei ist die Domestizierung der boomenden erdlosen Hydroponik.

Erde war gestern. Das heutige Zauberwort lautet Hydroponik: Anbau von Pflanzen ohne Erde. Zur Erinnerung: Wir reden beim Thema Indoor-Humus von keinem nostalgisch eingetopften, eindeutig positiv besetzten Grundsubstrat des Wohnens. Sondern schon auch vom mal klebrigen, mal krümeligen Störfaktor in Blumentöpfen, dem natürlichen Feind jedes Teppich- und Sofa-Milieus. Erde ist gut für: Friedhöfe, Bauern, Regenwürmer, altmodische Karotten. Erde gehört: zwar uns allen, aber am besten sich selbst und hoffentlich Amazoniens Indigenen. Wer aber auf der Höhe der Zeit, und vor allem: in der eigenen Küche Vertical Farming betreiben möchte, ist mit dem Einbaugarten auf Hydroponic-Basis um Schnittlauchlängen besser dran. Das betrifft heuer erstmals mehr als die Hälfte der Menschheit – denn seit 2019 leben mehr Menschen in Städten als am tendenziell Erdreich-affineren Land.

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Artikel aus MUTBOARD & VOGEL Ausgabe Vier, Seite 88 – 91

ALGENTEPPICH UND ANANASLEDER

Worte Jürgen Hofmann Bilder Hersteller

Diese Rohstoffquellen sprudeln sauber und noch fast im Geheimen. Wie ambitionierte Öko-Designer die Werkstoffe der Natur soeben neu entdecken.

Das Schöne an dieser Arbeit ist der besondere Duft. Nienke Hoogvliet genießt ihn seit ihrer Kindheit, die sie an guten Tagen am Atlantik verbrachte. Zwischen glitschigen Kelp-
feldern und quietschgrünen Meeresperücken, die zweimal täglich frisch gespült wurden. Denn das Spiel von Ebbe und Flut gehörte zu solchen Sonntagen dazu. Heute ist Nienke Hoogvliet Designerin, mit Sitz im niederländischen Delft. Aber losgelassen hat sie die Welt der Algen deswegen nicht. Ganz im Gegenteil: Zwei Jahre vertiefte sie sich in dieses Thema, untersuchte die Veränderung der pflanzlichen Strukturen bei unterschiedlichen Temperaturen, trocknete Algen und verarbeitete sie weiter, setzte sie unterschiedlichen chemischen und physikalischen Prozessen aus. Und das nicht bloß bei einer Algenspezies, sondern bei vielen. Dazu muss man wissen: Algen sind nicht bloß glibberiges Zeug, das Küstenbewohner weltweit mehr oder weniger begeistert wegfuttern. Es sind zugleich jene Organismen, die geschätzte 75 Prozent des gesamten Sauerstoffs generieren. Nienke taufte ihr Projekt „Sea Me“. Die Resultate, die sie dabei erzielte, können sich sehen lassen. Und nicht nur in Captain Nemos Unterwasser-Suite.

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Artikel aus MUTBOARD & VOGEL Ausgabe Eins, Seite 59 – 65

AUTONOMES FAHREN ODER – DER ALBTRAUM DES MACHOS

Worte Ulrich Büttner Bild 123rf.com/alphaspirit

In der Diskussion um die Zukunft des Autofahrens wird gern übersehen, dass zumal das sportliche Fahren am wenigsten damit zu tun hat, um von A nach B zu gelangen. 

Zwar lernen wir zuerst das Laufen, doch so ein laut polterndes Gefährt auf vier harten Plastikrädern gibt es dann schon zum dritten Geburtstag. Und wenn man es nicht besser wüsste, hielte man alle Dreijährigen auf so einem „Auto“ für grob bewegungsgestört. Darauf kommt es aber nicht an. Wichtig sind allein die Begriffe „Auto“ und „Lenkrad“ und „fahren“ bzw. „schneller fahren“. Diese heilige Dreifaltigkeit der unbelebten Welt prägt sich sogleich nach den zentralen Begriffen der belebten Welt, also nach Mama, Papa, Oma und Wauwau, ein. Und was man zuerst lernt, vergisst man nur schwer; es ist eine sichere Basis fürs ganze Leben.

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Artikel aus MUTBOARD & VOGEL Ausgabe Drei, Seite 71